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April 2010, die Redaktion

Altersrente für schwerbehinderte Personen

Unter bestimmten Voraussetzungen haben schwerbehinderte Menschen einen Anspruch auf eine vorzeitige Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung.


© Mammut Vision - Fotolia.com

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Das Recht auf die Altersrente aufgrund von Schwerbehinderung vor dem regulären Rentenalter ist an verschiedene Bedingungen geknüpft. Im Folgenden sind diese Bedingungen sowie alle weiteren entscheidenden Details gelistet und dargelegt. 



Anrechnungszeiten
Bevor die Betreffenden einen Anspruch auf eine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben, müssen sie mindestens 27 Jahre lang Beiträge einbezahlt haben. Zu den rentenrechtlichen Zeiten gehören: 


  •  Beitragszeiten (= die Jahre innerhalb welcher die Versicherten Pflichtbeiträge oder freiwillige Beiträge entrichtet haben)
  • Zeiträume geringfügiger Beschäftigungen mit Beitragseinzahlungen
  • Zuschläge für Zeiten geringfügiger versicherungsfreier Beschäftigungsverhältnisse
  • Pflichtbeitragszeiten während der Pflege von Anverwandten
  • Ersatzzeiten (= Verhinderung der Beitragsleistung beispielsweise wegen Inhaftierung)
  • Zeiten des Versorgungsausgleichs sowie des Rentensplitting von Ehe- oder Lebenspartner_innen
  • Anrechnungszeiten auf beitragsfreie Zeiten aufgrund von Ausbildung, Arbeitsunfähigkeit und/oder Mutterschaft
  • Zeiten zur Kindererziehung
  • Berücksichtigungszeiten für die Erziehung von bis zu 10-jährigen Kindern

 

 

Grad der Behinderung
Die Altersrente wegen Schwerbehinderung ist an einen nachweislichen Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 geknüpft. Mit der Prüfung des GdB ist das zuständige Versorgungsamt betraut. Demnach müssen Antragsteller_innen ihren  Schwerbehindertenausweis sowie den Bescheid des Versorgungsamtes dem Antrag beifügen. Der Antrag selbst ist an den gesetzlichen Rentenversicherungsträger zu richten.

 

Jahrgang 1950
Vor 1951 geborene nicht schwerbehinderte Personen können bei ihrem Rentenversicherungsträger prüfen lassen, ob in ihrem Fall Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit nach dem bis zum 31.12.2000 geltenden Recht besteht. Steht den Betreffenden eine Rente wegen Erwerbsminderung zu, sind die Rentenversicherungsträger berechtigt, Rehabilitationsmaßnahmen anzuordnen. Falls diese Maßnahmen keinen Effekt haben, besteht der Rentenanspruch seit der Antragstellung. 

 

Rentenabschläge 
Auf den frühzeitigen Bezug der Altersrente zwischen dem 60. und dem 62. Lebensjahr werden abgestufte Abschläge von bis zu 10,8 Prozent geltend gemacht.

Für gesetzlich Versicherte, die zwischen dem 1.1.1952 und dem 31.12.1963 geboren sind, wurde die abschlagfreie Rente vom 63. auf das 65. Lebensjahr angezogen. Abschlagfrei können nach dem 31.12.1963 Geborene demnach erst ab dem 65. Lebensjahr die Rente antreten. 


Vertrauensschutz

Vor dem 17.11.1950 geborenen Versicherten, die bis zum 16.11.2000 schwerbehindert, berufs- oder erwerbsunfähig wurden, kommt gemäß dem bis zum 31.12.2000 gültigen Recht Vertrauensschutz zu. Sie sind nicht von der Anhebung der Altersgrenze betroffen und erhalten somit ab dem 60. Lebensjahr die abschlagfreie Altersrente. Die abschlagfreie Rente mit 63 Jahren steht zudem vor dem 1.1.1955 Geborenen zu, deren Schwerbehinderung vor dem 1.1.2007 anerkannt wurde, allerdings nur insofern sie infolge auf Altersteilzeit umgestiegen sind. Möchten sie jedoch schon mit 60 Jahren in Rente gehen, ist das nur mit Abschlägen von 10,8 möglich. Dasselbe gilt für vor dem 1.1.1964 geborene Versicherte, die bis zum 1.1.2007 schwerbehindert wurden und aufgrund dessen einen Anspruch auf Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer_innen des Bergbaus hatten.   


Zuverdienst 
Rentenbezieher_innen dürfen bis zu 400 Euro pro Monat dazu verdienen. Überschreiten sie jedoch die Hinzuverdienstgrenze kann ihre Rente auf eine Teilrente reduziert oder gar komplett gestrichen werden. Sollten sie infolge die Grenze wieder einhalten (z. B. durch Verlust des Nebenjobs, ein befristetes Beschäftigungsverhältnis etc.) müssen sie erneut einen Antrag auf Altersrente wegen Schwerbehinderung stellen. 




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