Krankenversicherung ist keine Selbstverständlichkeit
Der „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“ bemängelt die unzureichende Versicherung für den Krankheitsfall mittelloser Personen und fordert neue Lösungsansätze.

© magogiuppy - Fotolia.com // Viele Menschen in Deutschland haben keine Krankenversicherung.
Der „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“ ist darum bemüht, die Gesundheitssituation materiell benachteiligter Menschen in Deutschland (vor allem Wohnungsloser) zu optimieren. Der Verein ist Mitglied der nationalen Armutskonferenz (NAK) und der Landesarmutskonferenz Rheinland-Pfalz (LAK). Er unterstützt gesundheitsförderliche Projekte, betreibt Öffentlichkeitsarbeit und treibt die Vernetzung von Gremien, Organisationen und Initiativen dieses Bereichs auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene voran. Zudem betreibt der Verein ein „Arztmobil“, in welchem Obdachlose kostenfrei behandelt werden.
"Armut mach krank"
In dem gleichnamigen Bericht der SWR Landesschau vom 22.07.2011 weist der „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V“ darauf hin, dass die Anzahl mangelhaft bis gar nicht krankenversicherter Personen in Rheinland Pfalz drastisch angestiegen sei. Nun fordert der Vereinsvorsitzende Gerhard Trabert einen runden Tisch. Krankenkassen, Sozialverbände, Kommunen und Landesregierung sollen dort die Versorgung mittelloser Menschen klären. Betroffen seien überwiegend Saisonarbeiter_innen aus Osteuropa, die in der Hoffnung auf weitere Jobs länger in der Bundesrepublik bleiben. Aber auch Ausländer_innen ohne Aufenthaltserlaubnis, Obdachlose, entlassene Häftlinge und Krankenkassenmitglieder mit Beitragsrückständen können sich keine adäquate Absicherung für den Krankheitsfall leisten. Nur in Manchen Einrichtungen werden Menschen ohne vorab geklärte Kostenerstattung behandelt. Oft ziehen Krankheitsfälle ein nervenaufreibendes Behördengewirr nach sich und treiben Betroffene in die Schuldenfalle. Der Vereinsvorsitzende würde einen Hilfsfond als ersten Schritt zur der Problemlösung begrüßen.
Der Zusammenhang zwischen Armut und Krankheit ist längst nicht nur dem Verein bewusst. Auch Untersuchungen des Robert Koch Institutes von 2008 belegen ihn: Demnach sollen arme Frauen acht und arme Männer zwölf Jahre früher sterben als wohlsituierte. „In einem Land, in dem der private Reichtum so hoch ist, darf das nicht akzeptiert werden!“, so der Verein.
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